Freitag, 29. Juli 2016

Zitat-Freitag

"Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, 
ist winzig im Vergleich zu dem, 
was in uns liegt."
(Oliver Wendell Holmes)

Montag, 25. Juli 2016

Aus gegebenem Anlass

Ihr Lieben,

da im Moment ganz schön viel los ist, auf unserer Erde, möchte ich gerne einen Link mit euch teilen, der mir sehr am Herzen liegt:
 Geh vorran, aussteigen aus der Spirale des Terrors

Alles Liebe und in Frieden,
eure Susanne

Freitag, 22. Juli 2016

Zitat-Freitag

"Die meisten Schatten in unserem Leben rühren daher,
dass wir uns selbst in der Sonne stehen."
(Ralph Waldo Emerson)

Mittwoch, 20. Juli 2016

Frieden

 Frieden geht von hier nach dort,
wandert stets von Ort zu Ort.

Frieden, wo die Seele liebt.
Frieden, wo der Geist vergibt.

Ein liebender Gedanke berührt dein Herz,
gehen darf der alte Schmerz.

Vorbei ist die Zeit der Dunkelheit,
erfüllt die Welt mit Leichtigkeit.

Die Menschen reichen sich die Hand,
es entsteht ein neues Band.

Ein liebender Gedanke berührt dein Herz,
gehen darf der alte Schmerz.

Frieden wird nicht sein,
er ist
wenn du in deinem Herzen bist.


Montag, 18. Juli 2016

Endspurt Fernstudium

Servus ihr Lieben,

im Moment schreibe ich gerade die Abschlussarbeit für mein Fernstudium. Deshalb kommen meine Posts sehr unregelmäßig und manchmal mit längerer Pause dazwischen.

Seit Oktober 2013 studiere ich Belletristik an der Schule des Schreibens. Nie hätte ich gedacht, dass ich dafür in die Verlängerung gehen muss. Doch nun muss ich zugeben, dass ich tatsächlich über ein halbes Jahr länger gebraucht habe.

An Ideen mangelte es mir nie. Dafür aber leider an Disziplin. ;)
Wenn ich mich hinsetze und schreibe, dann geht schon gut was vorwärts. Aber bis ich mich hinsetze und schreibe... Ja, das ist oft ein langer Weg.
Vielleicht ist die Sache mit der Disziplin mal einen eigenen Post wert.

Auf jeden Fall ist ein Ende in Sicht und meine letzte Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß, und ja, ein bisschen Stolz bin ich schon auch auf mich. Und voller Vorfreude! Denn nach meinem Abschluss möchte ich meinem Blog endlich ein neues Outfit verpassen und ihm mehr Zeit widmen

Bis dahin heißt es jedoch:
 Einen guten Start in die neue Woche und hoffentlich viel Sonnenschein!

Eure Susanne

Freitag, 8. Juli 2016

Höflichkeitsminuten

Servus ihr Lieben,

ich bin wieder da. ;)
Heute gibt es eine neue Kurzgeschichte von mir. Vielleicht ist es euch auch schon einmal ergangen wie meiner Protagonistin Fee?
Viel Freude beim Lesen,
eure Susanne

Höflichkeitsminuten

 

"Ach, wenn du schon mal dabei bist, kannst du mir auch gleich was nachschenken." Ben hielt mir sein Glas hin. Ich schüttelte die Flasche. Fast hatten wir die zweite auch schon leer getrunken. Entspannt ließ er sich zurück in den Sessel sinken.

Auf der Suche nach guter Musik, fingerte ich an den Knöpfen meiner Stereoanlage herum. Eines meiner Lieblingsstücke von Omara Portuondo, schien mir eine gute Wahl zu sein. Im Moment stand ich total auf kubanische Musik.

Langsam merkte ich, wie sehr mir der Rotwein zu Kopf stieg. Ich steckte mir eine Lucky Strike in den Mundwinkel. "Wieso zündest du dir deine Kippen eigentlich nie an?" Ben hatte den Kopf auf seine Hände gestützt und sah mich fragend an.

Seit ungefähr einem Jahr hielt ich das mit den Zigaretten so. Richtig geraucht hatte ich nie. Doch das mit der Zigarette im Mundwinkel gefiel mir. Ich fand es cool und lässig. Mittlerweile war es irgendwie auch zu meinem Markenzeichen geworden.

"Keine Ahnung." Ich zuckte mit den Schultern. "Ich mag es einfach." Er gab sich mit meiner Antwort zufrieden. Bei ihm musste ich nie lange erklären.

Ben war der Exfreund meiner ehemals besten Freundin Hannah. Wir mochten uns vom ersten Augenblick an, nachdem sie uns einander auf einer Grillparty bekannt gemacht hatte. Seitdem war ich mit ihm befreundet. Nach der Trennung stellte mich meine Freundin vor die Wahl. Ben hatte sie betrogen und sie wollte, dass ich mich entscheide. Ich schlug mich auf seine Seite. Denn ich mochte ihn einfach. Hannah nahm alles grundsätzlich persönlich und behandelte mich oft von oben herab. Ben war unkompliziert und ein Weiberheld.

Während ich an meinem Glas nippte, betrachtete ich meinen Kumpel heimlich von der Seite. Ich fragte mich, was die Frauen wohl an ihm fanden. Sein Körper war aufgrund seiner Liebe zum Sport sehr gut trainiert und auch sein Gesicht war ganz hübsch. Aber in meinen Augen gehörte er trotz allem eher zum Durchschnittstyp Mann, kein Überflieger also.

Trotzdem schaffte er es, reihenweise Mädels flachzulegen, um ihnen anschließend das Herz zu brechen. Für mich würde so ein Typ niemals in Frage kommen. Diese Weiber mussten alle naiv sein oder masochistisch veranlagt. 

"Was starrst du mich denn so an, Hergott nochmal!" Ben riss mich aus meinen Gedanken.

"Ach, ich hab`nur so nachgedacht. Warte, ich mach die Musik nochmal an." Ich stand auf, schwankte ordentlich und fiel Ben direkt vor die Füße, um mir anschließend den Kopf schmerzhaft am Couchtisch zu stoßen. "Scheiße, verdammt. War wohl doch ein bisschen viel Wein." Ich rieb mir den Kopf.

"Alles ok mit dir? Ich glaube, das gibt eine ganz schöne Beule, so wie sich das gerade angehört hat. Komm, lass mal sehen." Behutsam zog er mich auf seinen Schoß und strich mir zärtlich übers Haar.

"Aua!"

"Entschuldige, ich wollte nicht..." Doch ehe ich mich versah, lagen meine Lippen plötzlich auf den seinen. Und es fühlte sich überraschend gut an. Erschrocken über mich selbst, drückte ich ihn sanft weg. Bevor ich mir Gedanken machen konnte, warum ich ausgerechnet Ben geküsst hatte, zog er mich wieder an sich. Mein Gehirn hörte auf zu funktionieren und in meinem Bauch flatterten die Schmetterlinge um die Wette. Ich weiß nicht, wie lange wir knutschend in meinem Wohnzimmer verbracht haben. Irgendwann jedoch musste er gehen. Schließlich sollten wir beide am nächsten Morgen früh raus.

Gut gelaunt wachte ich auf und summte fröhlich sämtliche Lieder mit, die im Radio gespielt wurden. Immerzu musste ich an diesen wunderbaren ersten Kuss denken..
Als mich in der Arbeit alle nach meiner guten Laune fragten, hatte ich nur ein dämliches Grinsen übrig. Insgeheim zählte ich bereits die Stunden. Ben und ich waren für abends wieder bei mir zu Hause verabredet.

Als er endlich klingelte, war ich mehr als aufgeregt. "Hey du." Er drückte sich an mir vorbei und ging schnurstracks in die Küche. "Hast du noch was zu essen da?" 
Ich zuckte mit den Schultern. Vielleicht kam der langersehnte Kuss ja später noch. "Im Kühlschrank ist noch Lasagne von gestern."

Ben schnappte sich die Reste und eine Gabel, bevor er sich auf meine Eckbank verkrümelte. Er machte sich nicht einmal die Mühe, sein Essen aufzuwärmen. Fragend hielt ich ihm eine Flasche Rotwein hin. "Nein danke, ich hab noch einen dicken Kopf von gestern." Er lächelte.

Ich versuchte mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Verlegen spielte ich mit den Händen hinter meinen Rücken und versuchte so entspannt wie nur irgendwie möglich zu wirken.

Endlich stellte er seinen Teller in die Spüle und stand dann gefährlich nahe vor mir. Er schaute mir herausfordernd in die Augen und grinste. Ich konnte einfach nicht anders. Ich musste ihn küssen. Vorsichtig schob er mich von sich weg. Wieder lächelte er. "Du warst diejenige, die mich zuerst geküsst hat. Ich werde dich daran erinnern, wenn es soweit ist."

Gelassen winkte ich ab und küsste ihn erneut. Es gefiel ihm mindestens genauso gut wie mir, dessen war ich mir sicher. Nie zuvor hatte mich ein Kuss mit so viel Leichtigkeit und Leidenschaft zugleich erfüllt. Ich wollte Ben.

Auffordernd zog ich ihn in Richtung Schlafzimmer. Einer leisen Vorahnung entsprechend hatte ich am Morgen alles vorbereitet, das Bett frisch bezogen und unsere Lieblingsmusik eingelegt. 
"Hey Fee, sag mal, was hast du eigentlich vor?"
"Na, was wohl?"
Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste mich auf die Stirn. "Bist du dir sicher, dass es das ist, was du willst?"
Ich nickte.

"Hör zu Felicitas, egal was zwischen uns passiert und selbst, wenn ich mit dir schlafe, ich werde mich keinesfalls in dich verlieben. Ich verliebe mich nie. Das solltest du wissen. Wenn du damit klar kommst, bin ich sofort dabei."

Zur Antwort küsste ich ihn und schlang meine Arme fest um seine Hüften. Vielleicht hatte er nicht vor, sich in mich zu verlieben. Aber er war auch noch nie auf diese Art und Weise mit mir zusammen gewesen. Ich würde schon dafür sorgen, dass er gar nicht anders konnte, als ebenfalls verrückt nach mir zu sein. Vor meinem geistigen Auge sah ich uns bereits als verliebtes Paar. Auf einmal fühlte ich mich überlegen. Im Gegensatz zu mir wusste er das ja nicht.

Bis ich mich versah, waren wir beide nackt und ich genoss es, jeden Zentimeter seiner nackten Haut zu liebkosen. Seine Hände erkundeten meinen Körper und alles fühlte sich so vertraut und richtig an. Der Sex mit ihm war großartig und glücklich lag ich danach in seinen Armen. Ich fühlte mich frei und unbeschwert. Theoretisch war das zwischen uns ohne jede Verpflichtung. Praktisch hatte ich ihm bereits bei unserem ersten Kuss mein Herz geschenkt. Gerade wollte ich es mir so richtig gemütlich machen, da räusperte sich Ben verlegen.

"Du, ich muss los. Ich bin noch mit ein paar Kumpels verabredet. Wir sehen uns morgen, ok?"
"Ok." Ich konnte meine Enttäuschung kaum verbergen. Er küsste mich schnell auf die Wange und dann war er auch schon weg. Ich schaute auf die Uhr. Gerade mal fünf Minuten waren vergangen, seit wir miteinander geschlafen hatten. 

Die nächsten Abende verbrachten wir auf die gleiche Weise. Ben wartete immer, bis ich den ersten Schritt wagte. Er wusste, dass ich ihm nicht widerstehen konnte. Und genau wie jeden Abend, zog er sich fünf Minuten nach dem Sex wieder an und ging.

Als ich meinen Freundinnen davon erzählte, fing ich an, diese Zeit als Höflichkeitsminuten zu bezeichnen. Fünf Minuten bleibt man nach dem Sex, damit es nicht ganz so schäbig wirkt, als wenn man sich sofort unmittelbar danach wieder anzieht und verschwindet. Doch eigentlich kam es auf genau dasselbe hinaus und insgeheim wusste ich, dass ich mir etwas vormachte. Es war wie ein Spiel. Aber konnte ich hierbei als Gewinnerin hervorgehen? Vielleicht musste ich stärkere Geschütze auffahren.

Die nächsten Tage war Ben beruflich viel unterwegs. Am Wochenende jedoch war Silvester und ich plante eine Überraschung in trauter Zweisamkeit. Ich brannte ihm eine CD mit unserer Lieblingsmusik, kaufte eine teure Flasche Rotwein und ein neues Kleid. Außerdem schrieb ich ihm einen Brief, wie sehr ich die Zeit mit ihm genoss und dass ich es kaum mehr erwarten könnte, Silvester mit ihm zu verbringen. 

Als es soweit war, gab ich mir die größte Mühe beim Kochen: Antipasti, selbstgemachte Nudeln mit Lachs und als Dessert den lauwarmen Schokoladenkuchen, nachdem er so verrückt war. Schließlich zog ich mein neues Kleid, aufregende Dessous, drehte meine Haare zu großen Wellen und fühlte mich ausgesprochen sexy. Wie sollte er mir da widerstehen können?

Als die Kerzen brannten und passende Musik im Hintergrund lief, war alles perfekt vorbereitet. Wo nur blieb Ben? Sehnsüchtig blickte ich auf meine Küchenuhr. Es war bereits kurz vor neun. Er verspätete sich um eine Stunde. "Wo bleibst du?", tippte ich wütend in mein Handy.

Um zehn Uhr war er immer noch nicht da. Nun musste ich mir eingestehen, dass er nicht mehr kommen würde. Nicht einmal auf meine SMS hatte er reagiert. Mit Tränen in den Augen kippte ich die Spaghetti in den Müll. Wie konnte ich nur so dämlich sein? Ich schlug mit der Faust gegen die Wand und erschrak, als ich sah, dass ich tatsächlich blutete. 

Nachdem ich mit einem Pflaster meine äußere Wunde versorgt hatte, kümmerte ich mich um meine innere und stopfte mir ein Riesenstück Schokoladenkuchen nach dem anderen in den Mund. Ich machte mir nicht einmal die Mühe zu kauen. Nun hatte ich nicht nur mein Herz an einen Mann verloren, der mich nicht liebte, sondern zugleich meinen besten Freund. Und das allerschlimmste daran war, dass ich ihm keinen Vorwurf machen konnte. Er hatte mich gewarnt.

Um Mitternacht schrieb ich ihm eine allerletzte Nachricht:
"Ein gutes neues Jahr. Ich weiß, ich sollte nicht, aber ich liebe dich!"



Donnerstag, 12. Mai 2016

Zeit

Servus ihr Lieben,

als Kind habe ich die Geschichte von Momo nie so richtig verstanden. Wie kann man keine Zeit für sein Leben haben? Und diese grauen Männer von der Zeitsparkasse haben mir furchtbare Angst eingejagt. Ich nahm mir vor, mich immer gut vor ihnen zu verstecken. Nie würde ich einer von diesen Erwachsenen werden, die sich keine Zeit mehr für Wichtiges und Schönes nehmen.
Momo beim kleine großen Glück 
Als ich zum ersten Mal Mutter wurde, da schwor ich mir, mir immer bewusst Zeit für meine Kinder zu nehmen, für Menschen, die mir am Herzen liegen und für all die Dinge, die ich gerne tue. 
Und nun? Heute hat mich die Zeitsparkasse voll erwischt. Zeit ist für mich ein regelrechter Stressfaktor geworden. Meine Tochter bezeichnet mich manchmal als hetzig und gestresst.
Wie oft habe ich Einladungen oder Verabredungen abgelehnt, weil ich ja sooo viel zu tun habe. Zeitsparen. Auch für meine Herzensdinge wie das Bloggen, aufwendig kochen, schwimmen oder spazieren gehen habe ich mir einfach keine Zeit genommen.Zeitsparen. Aber wem dient das? Wirklich mir? Oder eher dem System, dass alles zu bestimmen scheint? Höher. Schneller. Weiter. Zeitsparen. Mehr schaffen in kürzerster Zeit. Alles wird automatisiert und die Nähe zwischen den Menschen geht verloren. Zeitsparen. Doch zu welchem Preis?
Zeitsparen
In der wenigen Zeit, in der wir wirklich nichts zu tun hätten, stopfen wir uns voll mit Informationen, schauen aufs Handy, schreiben schnell eine Sms, telefonieren...Zeitsparen. Nicht nachdenken. Funktionieren.
ABER!
Für mich funktioniert es so nicht mehr! Ich will innere Ruhe und Frieden und meine ZEIT! 
Vor kurzem erst habe ich Momo nochmals gelesen und bin zutiefst berührt. Dieses Buch besticht durch Weisheit und Tiefgründigkeit. Unheimlich, wie wahr dies alles scheint. 
Ich kann meine alten Gewohnheiten schwer von heute auf morgen ändern. Also gehe ich einen Schritt nach dem anderen und versuche bewusst und achtsam zu sein, so gut ich kann. Ich bin mir sicher, die Hektik und Schnelllebigkeit macht uns auf Dauer kaputt. Es ist ein Prozess und ich darf wieder lernen, was Achtsamkeit und Entschleunigung bedeutet.
Und vor allem darf es Spaß machen! Das ist ganz wichtig. Nun koche ich wieder bewusst, schneide das Gemüse mit dem Messer statt der Küchenmaschine und knete meinen Teig von Hand. Ich versuche mir Zeit zu nehmen für meine Lieben. Und ich möchte wieder richtig zuhören können, ganz bewusst und ganz wach, ohne darauf zu brennen, meinen Senf dazugeben zu können.
Könnt ihr das noch? Wie ist das bei euch mit der Zeit?

Ich wünsche euch viele kostbare Stunden...
Alles Liebe,
eure Susanne