Montag, 31. August 2015

Jederzeit erreichbar

Hallo ihr Lieben,

wie haltet ihr es mit Handy und Co.? Seid ihr jederzeit erreichbar oder auch mal offline?

Als ich vor einem Jahr das alte Smartphone von meinem Mann übernahm, zeigte ich mich anfangs nur wenig begeistert. Ist ja auch nur ein Handy, dachte ich mir.

"Mann Mama, ständig hast du dein blödes Handy in der Hand", meckerte meine Tochter ein paar Tage später. Und tatsächlich erwischte ich mich dabei, wie ich in jeder freien Minute dieses kleine Ding in den Händen hielt. Schließlich wollte ich ja nur "kurz" etwas nachschauen.

Ein paar Wochen später plumpste mein heißgeliebtes Handy ins Wasser, weil ich, während meines Fußbades, wieder einmal nur "kurz" etwas nachschauen wollte, und zudem zahlreiche Whatsapp-Nachrichten an meine Freundinnen verschickte.


Natürlich musste ich meinen kostbaren, neuen Schatz zum Reparieren einschicken. Und was soll ich sagen? Ich litt wirklich und wahrhaftig unter Entzugserscheinungen! Schließlich hatte ich mich nach diesem für mich tragischen Zwischenfall, daran gewöhnt, eine Zeit ohne Handy zu sein, da der Schaden größer war, als gedacht. Dabei bemerkte ich plötzlich, wieviel Zeit mir zur Verfügung stand und mir wurde klar, wieviel Zeit ich mit meinem Smartphone verbrachte. Zuvor war ich immer öfter unzufrieden, weil ich am Ende des Tages jedes Mal das Gefühl hatte, nichts Produktives geschafft zu haben.

Als mein Handy wieder heil zurück kam, fiel ich erstmal zurück in mein altes Muster. Schließlich hatte ich es doch vermisst. Zum Glück habe ich diesmal selbst gemerkt, dass das für mich so nicht mehr weiter tragbar ist und ich etwas verändern muss.


Folgendes hat mir geholfen, wieder mehr Zeit offline zu verbringen:


  • ich schalte mein Handy erst nachdem Frühstück ein (Nachts sind bei uns diese Geräte aus)
  • Wenn ich einen Blog lese oder irgendetwas im Netz nachschaue, stelle ich mir einen Timer, um mich nicht völlig darin zu verlieren und die Zeit dabei zu vergessen
  • Wenn ich etwas Produktives schaffen will, etwa im Haushalt, beim Bloggen oder Schreiben, dann schalte ich mein Handy meistens auf Flugmodus oder ganz aus.
  • Auch wenn ich Zeit mit Menschen verbringe, die ich liebe oder mit meinen Kindern spiele, liegt das Handy meistens bei uns im Büro oder ruht friedlich in meiner Handtasche
  • Sonntags habe ich mir angewöhnt, Handy und PC einfach auszulassen und mache nur ganz selten eine Ausnahme.

Smartphones, Internet und Co. sind in meinen Augen eine gute Erfindung. Es kommt eben darauf an, wie man die Dinge benützt. Und ich muss in dieser Hinsicht einfach ein Auge auf mich haben.

Wie ist das bei euch? Wie geht ihr damit um?

Am Freitag stelle ich euch ein spannendes Buch zu diesem Thema vor.

Liebe Grüße,
eure Susanne

Freitag, 28. August 2015

Dann eben geh´

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich wieder ein Gedicht für euch. 

Dann eben geh´

Dann eben geh´
und lass´mich allein.
Einsamer als mit dir gemeinsam
kann mein Leben nicht sein.

Dann eben geh´
und schau nicht zurück.
Ich bin nicht wie du,
ich finde mein Glück.

Waren wir eins,
habe ich dich stets vermisst.
Dann eben geh´
und ich werde sein,
was du niemals vergisst.

Mittwoch, 26. August 2015

K-PAX

K-Pax Alles ist möglich Filmbeschreibung















K-PAX 

Alles ist möglich


Genie?
Verrückter?
Nicht von dieser Welt?


Darum gehts:

 

Plötzlich taucht ein seltsamer Mann in New York auf und behauptet,
er stamme von dem Planeten K-PAX in einer fernen Galaxie. Daraufhin landet er in der Psychiatrie von Dr. Mark Powell, der sofort von seinem außergewöhnlichen Patienten fasziniert ist. Je mehr er diesen kennen lernt, desto stärker zweifelt Mark an seinem eigenen Weltbild.
Für die anderen Patienten in der Klinik, wird der Fremde schnell zu einem Vertrauten und schenkt ihnen neue Hoffnung. Und als er offenbart, er würde in drei Wochen die Erde wieder verlassen, um zu seinem Planeten zurückzukehren, setzt sein Arzt alles daran, seine wahre Herkunft zu entschlüsseln.

Wie ich den Film finde:

 

Grandios. Mit Kevin Spacey, der den mysteriösen Fremden spielt, und Jeff Bridges, in der Rolle des Arztes, könnten diese beiden Charaktere nicht besser besetzt sein. Von Anfang an wollte ich wissen, wie dieser Film ausgeht. Vom Ende wurde ich nicht enttäuscht. K-PAX erzählt eine außergewöhnliche Geschichte, die ich absolut sehenswert finde. 

Montag, 24. August 2015

Neid

Na, ihr Lieben,

wie steht´s um euch? 
Seid ihr manchmal neidisch?

Also ich definitiv. Ich empfinde meinen Neid jedoch als etwas Gutes.
Er treibt mich voran und hilft mir, die Dinge in meinem Leben zu verändern,
mit denen ich unzufrieden bin.


Neid bedeutet für mich Motivation.


Zum Beispiel habe ich eine ganz wunderbare Freundin, die sich unglaublich
gut organisieren kann und in jeder Hinsich einen ziemlich guten Geschmack 
hat. Dafür bewundere ich sie sehr. Und in den Dingen, bei denen ich neidisch auf sie bin, frage ich sie um Rat.

Ich habe angefangen, die Menschen, die ich beneide, um Tipps in der jeweiligen
Angelegenheit zu bitten. Dabei kann es um alle möglichen Themen gehen:
bloggen, schreiben, ein attraktives Äußeres, Yoga, einen schönen Garten...

Die meisten Leute helfen auch gerne weiter. Und dabei ist es für beide Seiten ein Gewinn.

Für den anderen ist es eine Bestätigung, dass er etwas richtig gut macht und mir hilft der ein oder andere Ratschlag dabei, meinen Weg zu gehen und daraus das Beste für mich zu machen

Also muss Neid nicht zwingend etwas Schlechtes sein. Es kommt eben ganz
darauf an, was man daraus macht, wie bei allem im Leben.


Liebe Grüße,
eure Susanne

Freitag, 21. August 2015

Ratatouille

Foto von einem Ratatouillegericht


Zutaten (für zwei Portionen):

1 Aubergine
1 grüne Zuchini
1 gelbe Zuchini (nach Belieben)
1 gelbe Paprika
frischen Salbei
3 große Tomaten
3 frische Knoblauchzehen
Honig
Basilikum
Öl zum Braten, Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Aubergine, Zuchinis und Paprika waschen, in Würfel schneiden (Zuchinis mag ich lieber in Scheiben) und anschließend zusammen mit ein paar Salbeiblättern in einer Pfanne mit Öl anbraten und nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Tomaten kreuzweise einschneiden und mit kochendem Wasser überbrühen, anschließend häuten und klein schneiden.

Den Knoblauch schälen, durch die Presse drücken und in einem kleinen Topf in Öl ganz kurz anbraten, 1 EL Honig dazugeben und die Tomaten kurz mitbraten und schließlich mit dem anderen Gemüse vermischen. Nach Belieben nochmals würzen und Basilikum dazugeben.

Schmeckt sehr gut zu Reis, aber auch pur ein Genuss. Ich finde dieses Ratatouille auch kalt sehr lecker und es passt gut als Beilage zu einem Grillabend.

Die Idee stammt von einem Rezept aus diesem Buch:

Das ist ein ganz wunderbares Kochbuch. Die Autorin und Fotografin, Barbara Bonisolli, kocht nach den Jahreszeiten mit Zutaten aus dem eigenen Garten.



Mittwoch, 19. August 2015

Ein Buchladen zum Verlieben



Buchbeschreibung zu ein Buch zum Verlieben
Ein Buchladen zum Verlieben

von Katarina Bivald
                 
Aus dem Schwedischen von Garbriele Hofs

Verlag: btb
Preis: 19,99 Euro(Hardcover)
Genre: Roman



Darum gehts:

Nachdem Sara und Amy eine sehr intensive Brieffreundschaft verbindet, beschließt Sara aus Schweden, ihre 65jährige Freundin in Iowa persönlich zu besuchen.
Als Sara schließlich in Broken Wheel ankommt, muss sie feststellen, dass Amy kurz zuvor gestorben ist. Und plötzlich befindet sich die Schwedin mitten in der Einöde wieder, zusammen mit Menschen, die sie nur aus Amys Briefen kennt. Sara lässt sich nicht entmutigen, und eröffnet einen Buchladen in der verschlafenen Stadt. Zum ersten Mal in ihrem Leben, erkennt Sara, dass es noch etwas anderes gibt, außer Bücher und Lesen.

Wie ich es finde:

Ich habe mich schon morgens darauf gefreut, abends im Bett wieder dieses Buch lesen zu können. Die Charaktere sind allesamt liebenswert. Meiner Meinung nach, kann man das Ganze ein wenig mit "Chocolat" vergleichen, nur dass es nicht um Schokolade geht, sondern um Bücher. An sich ist die Geschichte nichts Neues und man kann sich denken, wie alles ausgeht, trotzdem ist für mich diese Geschichte absolut lesenswert. Zum Entspannen und abtauchen in eine andere Welt.


"Merkst du das? Der Duft von neuen Büchern. Ungelesenen Abenteuern. Freunden, die man noch nicht kennengelernt hat, Stunden magischer Wirklichkeitsflucht, die auf uns warten."



Montag, 17. August 2015

Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst (François de La Rochefoucauld)



Hallo ihr Lieben,

na, wie ist das bei euch? Esst ihr noch oder genießt ihr schon? ;)

Bei mir war das mit dem Essen immer so eine Sache. Viele Jahre lang, war ich Vegetarierin und nach der Geburt meiner Tochter lebte ich sogar vegan. Als ich dann mit meinem Sohn schwanger wurde, funktionierte mein Körper nicht mehr, wie ich es wollte. Mir wurde von allem übel und das Einzige worauf ich wirklich Lust hatte, war Fleisch. Es hat lange gedauert, bis ich mir das zugestanden habe, doch danach ging es mir tatsächlich gut.

Nach der Stillzeit wollte ich wieder zurück zur veganen Ernährung. Doch mein Körper hat nicht mitgespielt. Dabei wollte ich nichts weiter, als alles richtig machen und niemanden zu schaden. Aber mit all dem selbstauferlegten Zwang  habe ich einem geschadet: Mir selbst.

Vor ein paar Jahren zum Beispiel habe ich literweise grüne Smoothies getrunken und mir eingeredet, wie gut sie mir tun und wie lecker die doch wären. Doch in Wahrheit finde ich sie grauenhaft und Rohkost bekommt mir nicht gut. Eine frühere Kursleiterin hat einmal Folgendes zu mir gesagt: "Das wogegen sich der Körper am meisten wert, braucht er auch am meisten." Zu dem Zeitpunkt habe ich das wirklich geglaubt. Heute weiß ich besser, was mir gut tut und was mein Körper braucht, auch wenn es ein sehr langer Prozess war, das zu akzeptieren.

Ich will hier keine Ernährungsweise schlecht machen. Im Gegenteil. In der heutigen Zeit haben wir eine so große Auswahl an Lebensmittel, wie niemals zuvor und wir können uns das aussuchen, was für uns richtig ist.

Mittlerweile kann ich langsam mein Essen wieder richtig genießen, ohne mir zu viele Gedanken darüber zu machen. Das ist auf Dauer nämlich ganz schön ungesund.





Mittwoch, 12. August 2015

Ein gutes Jahr

DVD ein gutes Jahr

Ein gutes Jahr

"Ein Film, der Flügel verleiht"


Darum gehts:

Für den Banker Max Skinner gibt es im Leben nichts Wichtigeres als Profit. In der ganzen Londoner  Finanzwelt ist er für seine Skrupellosigkeit bekannt. Als sein Onkel, den er seit vielen Jahren nicht gesehen hat, überraschend stirbt, erbt Max das ganze Weingut in Südfrankreich.
Natürlich will er dieses Objekt sofort verkaufen und sich wieder in seine gewohnte Arbeit stürzen, doch er hat seine Rechnung ohne die wunderschöne  Fanny gemacht. Denn er erliegt nicht nur dem Charme der provenzialischen Lebensart...

Wie ich den Film finde:

"Ein gutes Jahr" ist ein Film, der Lust macht, in die Provence zu fahren und einfach ein Glas Wein zu trinken. Bei dieser Geschichte kann ich gut entspannen und abschalten. Das Ende ist ein wenig vorhersehbar, doch aufgrund der Darsteller auf jeden Fall sehenswert. Besonders Marion Cotillard, in der Rolle der Fanny, gefällt mir sehr. Ich finde, dieser Film vermittelt eine gewisse Leichtigkeit und zeigt, was eigentlich die Freude am Leben ausmacht.

Montag, 10. August 2015

Sich selbst treu bleiben


Hallo ihr Lieben,


kennt ihr das auch? Plötzlich tut man Dinge, die gar nicht zu einem passen und vertritt Ansichten, die eigentlich gar nicht die Eigenen sind. Mir ging das sehr lange so und langsam merke ich, wie es besser wird und ich wieder mehr zu mir selbst finde.

Als meine Tochter vor knapp sieben Jahren geboren wurde, fing ich an, viele spirituelle Bücher und Ratgeber zu lesen. Außerdem habe ich Kurse belegt und mich von verschiedenen Coaches beraten lassen. Schließlich wollte ich mich ja weiterentwickeln.

Diese Dinge will ich keinesfalls schlecht machen. Es kommt eben darauf an, was man daraus macht. Ich zum Beispiel habe alle Ratschläge, Vorschläge und Denkweisen 1:1 von anderen übernommen. Und plötzlich war alles in meinem Leben stressig.

Denn von nun an "musste" ich meiner Rolle als Hausfrau und Mutter gerecht werden, mir Ziele überlegen, meditieren, Sport treiben, mich besonderes gesund (am besten Roh und vegan) ernähren, innerlich wachsen und mich selbst verwirklichen. Wenn all diese Menschen, die ich doch so sehr bewunderte das alles schafften, dann musste ich das doch auch können. 

Ich brauchte lange, um zu erkennen, was mich wirklich stresst. Nämlich all diese Denkmuster und selbstauferlegten Dogmen, die ich mir aus den Büchern und Seminaren mitgenommen hatte. Statt mir einfach nur das rauszusuchen, was für mich passte, habe ich meine eigene Stimme total ignoriert und versucht, jemand zu sein, der ich nicht bin.

Nehmen wir als Beispiel Meditation. Das wird von sehr vielen Menschen empfohlen. Aber ich komme dabei einfach nicht zur Ruhe. Und anstatt im Schneidersitz dazusitzen und folgendes zu denken: "Ich meditiere und entspanne und komme zur Ruhe...muss noch die Wäsche aufhängen...tief atmen...entspannen... verdammt ich wollte doch eigentlich noch schreiben...nur die Ruhe... wie gerne hätte ich jetzt Schokolade...ob ich es nachher noch schaffe, zu lesen..." habe ich für mich festgestellt, dass es für mich viel entspannender ist, ein Buch zu lesen, mir die Nägel zu lackieren oder zu schreiben.

Für mich war es plötzlich auch stressig, etwas nur für mich zu machen. Denn ich dachte, dieses Etwas müsste etwas ganz Besonderes sein. Doch ich habe erkannt, dass ich auch etwas für mich tue, wenn ich aufräume. Denn das mache ich mittlerweile echt gerne und ich mag es ordentlich, weil ich mich dann besser fühle. 

Ich will euch damit einfach sagen:
Verbiegt euch nicht und versucht, euch selbst treu zu bleiben. 
Niemand kann wissen, was das Beste für euch ist.
Nur einer kann das:
Ihr selbst.
Und herauszufinden, was das ist, finde ich oft ganz schön anstrengend...

Alles Liebe,
eure Susanne


Freitag, 7. August 2015

So schmeckt das Leben


Hallo ihr Lieben,

heute gibt es eine Kurzgeschichte von mir.
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen.



So schmeckt das Leben


Seit über zwei Wochen renne ich wie eine Verrückte. Ich jogge jeden Morgen, bis ich vollkommen erschöpft und außer Atem bin. Ich laufe vor meinem Leben davon. Oder ich fliehe vor den Menschen, die mich lieben und vor deren Erwartungen an mich.Manchmal halte ich das Leben einfach nicht mehr aus und ich muss weg.  
Vor zwei Wochen habe ich meinen zukünftigen Mann verlassen, mit nur einer kurzen Nachricht am Kühlschrank. Ich erinnere mich noch genau an meine Worte, die ich auf den kleinen, orangefarbenen Notizzettel schrieb: „Ich kann das hier alles einfach nicht mehr. Bitte verzeih mir.“

Zum Glück konnte ich bei Astrid unterkommen. Was wäre ich nur ohne meine weise, gute Freundin? Natürlich hat Thomas angerufen, denn er wusste gleich, wo er mich finden konnte. Er gibt mir soviel Zeit, wie ich brauche, sagt er. Anscheinend geht er fest davon aus, dass ich zu ihm zurückkehre. Er nimmt mich einfach nicht ernst. Genau wie meine Eltern. 
Sie nennen es eine Phase und denken, ich wäre nur aufgeregt wegen unserer Hochzeit, die nächsten Monat statt finden sollte. Doch ist es das? Nur eine Phase? Ich weiß es nicht. Ich weiß überhaupt nichts mehr.
„Erde an Katharina, ich rede mit dir.“ Vor mir steht Astrid und schaut mich fragend an. Ich bin noch völlig außer Puste von meiner morgendlichen Jogging-Runde. „Sorry, ich war irgendwie völlig in Gedanken.“ „Das habe ich bemerkt.
Möchtest du auch eine Tasse Kaffee zum Frühstück?“ Ich nicke, setze ich mich zu meiner Freundin an den Küchentisch und schweige.. „Alles in Ordnung, Kathi? Ich mache mir ein bisschen Sorgen um dich.“ 

Ich schüttle den Kopf und binde meine Haare zu einem Pferdeschwanz. „Es fühlt sich alles so verrückt an. Ich habe absolut keine Ahnung, was ich tun soll oder was ich überhaupt will.“ „Dann solltest du das herausfinden, Liebes. Anschließend musst du eine Entscheidung treffen und den Mut finden, dazu zu stehen, egal was dabei herauskommt.“ Ich weiß, dass sie Recht hat und frage mich, woher es kommt, dass Astrid immer so kluge Ratschläge zum Besten gibt. Vielleicht liegt es an ihrer Lebenserfahrung. Theoretisch könnte sie meine Mutter sein. Ich verspreche ihr, darüber nachzudenken und gehe duschen.
Anschließend nehme ich mir eines meiner Lieblingsbücher zur Hand und suche mir ein schattiges Plätzchen im Garten. Doch richtig konzentrieren kann ich mich dort nicht. Simon, dieser Kerl, der seit einer Woche bei Astrids Hausrenovierung hilft, veranstaltet einen Heidenlärm mit einer lauten Bohrmaschine. „Hey, ich mach hier nur meine Arbeit“, antwortet er gereizt, als ich mich darüber beschwere. Ich starre auf seinen nackten Oberkörper. Es ist ziemlich heiß heute. Simon grinst, denn er bemerkt, dass ich ihn immer noch mustere, und verlegen wende ich meinen Blick ab. „Was ist dir eigentlich für eine Laus über die Leber gelaufen? Seit ich hier arbeite, habe ich dich noch kein einziges Mal lächeln gesehen.“ Ich zucke mit den Schultern. „Lange Geschichte. Außerdem will ich nicht darüber reden.“ 
„Na schön. Dann lass es eben bleiben. Aber ich geh nachher
mit ein paar Freunden rüber in die Kneipe, was trinken. Vielleicht hast ja Lust, mitzukommen?“ Warum nicht, denke ich, und Simon bietet an, mich später abzuholen.
Astrid schmunzelt, als ich ihr davon erzähle. „Was ist? Ich will mich einfach nur ein bisschen amüsieren. Ich kann doch nicht jeden Abend mit meiner alten Freundin auf der Couch rumsitzen und über das Leben philosophieren.“ Da muss sie lachen und ist überrascht, als ich am Abend in Jeans und einem einfachen schwarzen T-Shirt bei ihr im Wohnzimmer auftauche. „Also, ein bisschen mehr Mühe hättest du dir schon geben können. Kämm´ dir wenigstens nochmal die Haare. Und hier hast du meine Wimperntusche.“ Sie streckt mir eine schwarzes Mascara-Fläschchen entgegen. „Astrid, das ist kein Date. Nur Simon.“ Als es klingelt, zwinkert mir meine Freundin verschwörerisch zu. 
Die Kneipe ist zu meiner Überraschung sehr gemütlich. Seine Freunde sind nett und das Zusammensein mit ihnen lenkt mich ein wenig ab. Ich muss nur ganz selten daran denken, dass ich eine Entscheidung zu treffen habe. Denn eine Entscheidung bringt auch immer Konsequenzen mit sich. Doch heute Abend will ich mich unterhalten lassen, mich endlich wieder leicht und unbeschwert fühlen. 
Nachdem wir alle etwas zu viel getrunken haben, bitte ich Simon, mich zurück zu meiner Freundin zu fahren. Unterwegs macht er eine Pause. Ich sehe ihn fragend an. Was hat er vor? „Hier komme ich immer her, wenn ich nachdenken muss. Und auf mich machst du den Eindruck, als müsstest du verdammt viel nachdenken. Vielleicht hilft dir dieser Ort dabei.“ Wir stehen auf einem Parkplatz, bei einem großen Hügel, von dem man über die ganze Stadt sehen kann. 
„Hier kommt so gut wie nie jemand her.“ Ich strecke meine Arme in Richtung Himmel und wünsche mir, tatsächlich nach den Sternen greifen zu können. Für einen kurzen Moment fühle ich mich frei und mutig. Ich atme tief durch und sehe Simon herausfordernd an. „Was ist, nimmst du mich noch mit zu dir?“ Im ersten Moment wirkt er überrascht, doch dann kann er sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Nichts lieber als das.“
Sein WG-Zimmer ist nicht besonders groß und zudem chaotisch. Aber das ist mir völlig egal. Denn in diesem Augenblick will ich mich spüren. Ich will Simon spüren und endlich wieder fühlen, dass ich am Leben bin. Simon mustert mich mit seinen tiefblauen Augen und lässt seinen Blick kurz auf mir ruhen, bevor er mich küsst. Meine Hände wandern unter sein T-Shirt und ich kann es kaum erwarten, seinen Körper zu erkunden. Ihm scheint es genauso zu gehen, denn bevor ich mich versehe, stehe ich nackt vor ihm. Ich liebkose seinen Hals und zeichne mit meinen Fingern die Muskeln nach, die sich unter seiner Haut abzeichnen. Er schmeckt so gut. Das alles hier schmeckt nach Leben und Freiheit. Ich will es auskosten, genießen. Ich lasse mich fallen, gebe mich hin. Es spielt keine Rolle, dass wir uns kaum kennen, denn unsere Körper scheinen trotz allem miteinander vertraut zu sein. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt. So habe ich mich noch nie zuvor erlebt. 
Nachdem wir uns nocheinmal Mal geliebt haben, schlafe ich erschöpft in Simons Armen ein. Am frühen Morgen wache ich auf, ziehe mich leise an und gebe Simon vorsichtig einen Kuss auf die Stirn. Er schläft tief und fest.
Draußen regnet es. Trotzdem beschließe ich, zu Fuß zu Astrids Haus zu laufen. Ich fühle mich seltsam. Leicht und auch ein wenig traurig. Die Nacht mit Simon war wunderbar und hat mich aus meiner Lethargie gerissen. Doch jetzt ist es an der Zeit, in die Realität zurückzukehren.
Ich kann nicht in mein altes Leben zurück. Denn ich liebe Thomas nicht genug, um ihn zu heiraten und auch meinen Eltern kann ich diesen Gefallen nicht tun. Ich weiß, dass für sie eine Welt zusammenbricht. Thomas ist der Traumschwiegersohn schlechthin. Er ist wohlhabend, erfolgreich, sieht gut aus, hat gute Manieren und er liebt mich. Aber ich bin nicht mehr bereit, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ich will wild und frei sein.

 Ich will mein Leben vorerst allein verbringen, reisen und herausfinden, wer ich bin und wohin ich gehöre. Ich werdeThomas verletzen und auch andere Menschen mit meiner Entscheidung vor den Kopf stoßen. Außerdem hoffe ich, dass Simon unsere Nacht auch als One-Night-Stand betrachtet, und keine Gefühle hat.
Ich beschließe, mich nachher gleich von Astrid zu verabschieden, denn ich möchte noch einen kurzen Abstecher in mein altes Leben machen und mich den Konsequenzen stellen.

Mittwoch, 5. August 2015

Drei auf Reisen

Drei auf Reisen von David Nicholls



DREI AUF REISEN
 von David Nicholls


Orginaltitel: Us

Aus dem Englischen von Simone Jakob

Verlag: Kein & Aber

Preis: 22,90 Euro (Hardcover)

Genre: Roman




Darum gehts:

Nach über zwanzig Jahren Ehe verkündet Connie ihrem Mann Douglas, dass sie ihn verlassen wird. Mit großer Sorgfalt hatte er zuvor jedoch schon eine Reise durch Europa geplant, zusammen mit ihrem Sohn, Albie. Mit aller Kraft versucht er auf dieser Reise seine Ehe zu retten und auch seinem Sohn wieder näherzukommen. Dabei warten natürlich allerhand Herausforderungen auf Douglas.

Wie ich über das Buch denke:

Eine brillante Geschichte von einem grandiosen Autor, wie im echten Leben. Besonders Douglas hat es mir beim Lesen angetan. Seine Figur finde ich einfach liebenswert. Auch das Ende war für mich keinesfalls vorhersehbar. "Drei auf Reisen" erzählt, wie es sein kann, wenn man sich als Paar eines Tages nichts nennenswertes mehr zu sagen hat. Nicholls erzählt einfühlsam und zugleich witzig. Der Kaufpreis schreckt vielleicht ein wenig ab, doch aus meiner Sicht ist dieses Buch definitiv lesenswert.


Montag, 3. August 2015

Ehrlich unperfekt

Hallo ihr Lieben,

ich möchte, dass es sich bei meinem Blog nicht um einen Friede-Freude-Eierkuchen-alles ist ganz wunderbar-Blog handelt, sondern das er ehrlich und authentisch ist. Deshalb möchte ich euch einfach ein bisschen von meinem Unperfektionismus erzählen. ;)

Vor ein paar Wochen meinte ein lieber Bekannter, dass ich immer so entspannt wirke und mich nie etwas zu stressen scheint. Er hätte das Gefühl, dass ich auf Anhieb Erfolg mit allem habe und mein Leben perfekt sei.

Und glaubt mir, die Versuchung war groß, Folgendes zu sagen:
"Ja, weißt du, ich bin einfach ein entspannter Mensch und da ich immer positiv denke, funktioniert das auch immer alles so..." Außerdem hätte ich noch ein paar "spirituelle" Klugscheißer-Tipps auf Lager gehabt. Wie gerne hätte ich ihm in dem Glauben gelassen, ich sei perfekt.
Doch das wäre schlichtweg einfach nicht die Wahrheit. 

Denn ich bin ein Mensch mit Ecken und Kanten, genau wie viele andere auch. Ich habe meine Stärken und Schwächen (auch wenn ich nicht so gerne dazu stehe...).

Ich habe auch Ängste und bin mir manchmal einfach unsicher. Wenn ich in den Spiegel schau, dann gibt es durchaus Tage, an denen ich mich überhaupt nicht leiden kann. Mein Leben zählt Niederlagen genauso wie Erfolge. 

Ich kann lustig und fröhlich sein, genauso aber auch grantig und zickig (fragt mal meinen Mann). Es gibt Tage, da schreie ich meine Kinder an und bin genervt von allem und jeden.

Für mich persönlich steckt das Glück im Leben nicht nur in den positiven Erfahrungen und Eigenschaften. Während ich diese Zeilen hier schreibe, bemerke ich, dass ich nicht nach ewiger Glückseligkeit strebe. Ich will das echte Leben, mit all meinen großen und kleinen Dramen, und echte Gefühle. Ich will nicht stehen bleiben, sondern weiterwachsen. Und für mich funktioniert das am Besten, indem ich einfach ICH bin, mit allem was dazugehört.

Auch meinen Blog wollte ich erst dann starten, wenn alles perfekt vorbereitet ist. Doch dann kam mein Bauchgefühl dazwischen und sagte mir klar und deutlich: "Genau jetzt ist es soweit!"

Oft gebe ich mir Mühe, meine Schwächen zu verbergen. Aber ich mache gerade die Erfahrung, dass andere keineswegs abgeschreckt davon sind, sondern eher erleichtert, dass auch ich den Mut habe, einfach mal unperfekt zu sein.

Ich wünsche euch einen wunderbaren, sonnigen Tag.
Genießt euer Leben und den Unperfektionismus. ;)

eure Susanne