Donnerstag, 28. Januar 2016

Buchvorstellung vielleicht morgen
Vielleicht morgen

von Guillaume Musso

Orginaltitel: Demain
übersetzt aus dem Französischen von: Eliane Hagedorn und Bettina Runge
Softcover, ca. 466 Seiten
Verlag: Pendo
Genre: Roman
Preis: 14, 99 Euro
ISBN: 978 3 86612 376 2 

Über den Autor: 

Guillaume Musso wurde 1974 in Antibes geboren und arbeitete als Dozent und Gymnasiallehrer. Musso ist einer der erfolgreichsten Gegenwartsautoren Frankreichs, seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt. Nach dem großen Erfolg "Nachricht von dir" und "Sieben Jahre später" ist "Vielleicht morgen sein dritter Roman beim Pendo-Verlag.

Inhalt:

Emma lebt in New York und hat ihre letzte Trennung noch immer nicht verwunden. Matthew kümmert sich in Boston allein um seine Tochter, seit seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam.
Beiden hat das Schicksal übel mitgespielt. Doch dann macht Matthew auf einem Flohmarkt eine Entdeckung, die das Leben der beiden verbindet - und grundlegend verändert.

Meine Meinung:

Ein Roman, bei dem ich zu Anfang eine reine Liebesgeschichte erwartet hatte und der mich dann völlig überrascht hat. Musso versteht es, mich zu fesseln und mit seinen Figuren zu begeistern. In diesem Buch gab es viele spannende Wendungen und konnte nicht aufhören zu lesen, weil ich fasziniert war, von dieser Geschichte und ich das Ende nicht vorraussagen konnte.

Fazit:

Zu Recht ein Bestseller! Klare Leseempfehlung von mir.





Freitag, 22. Januar 2016

Pasta-Blues



Servus ihr Lieben,

zu erst einmal vielen lieben Dank an euch, für die liebevollen Reaktionen in Bezug auf meinen letzten Post. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Vor allem waren es so viele, die mich gebeten haben, niemals mit dem Schreiben aufzuhören. Das könnte ich auch nicht. Denn Schreiben brauche ich, wie die Luft zum Atmen. Deshalb hab ich heute wieder einmal eine Geschichte für euch. Sie bedeutet mir sehr viel, denn für sie habe ich einen Preis gewonnen und sie war die erste meiner Geschichten, die in einer Broschüre abedruckt worden ist. Sie durfte außerdem nicht mehr, als 1000 Worte haben.
Ich hoffe, ihr habt genauso viel Freude beim Lesen, wie ich beim Schreiben von Pasta Blues.

Foto von Autorin Pasta Blues


Pasta Blues

„Cuore Mio, da bist du ja endlich!“ rief meine Nonna begeistert, als ich aus meinem Ford Fiesta stieg. Ihre Augen leuchteten vor Freude und durch herzliches Lachen, wirkte sie oft, wie ein junges Mädchen. „Nonna,“ ich fiel ihr um den Hals, „Wie schön dich zu sehen, es ist viel zu lange her.“ „Komm cara mia, lass uns reingehen. Dein Nonno erwartet dich sehnsüchtig. Außerdem kommen gleich Aurelia und die anderen zum Abendessen.“
Mit den anderen meinte sie wohl ganz Cisternino. Denn meine Nonna Concetta war nicht nur der unangefochtene Chef innerhalb der Familie, sie war auch in der ganzen Stadt bekannt wie ein bunter Hund. Obwohl sie manchmal Haare auf den Zähnen haben konnte, war sie bei den Menschen hier sehr beliebt.

„Eigentlich hätte ich gerne kurz meine Ruhe nach der langen Autofahrt“, motzte ich. Nonna verdrehte die Augen. „Porta di merda! So ein Blödsinn! Ruhen kannst du, wenn du tot bist. Hier in Italien wird gelebt. Du wirst mit uns Essen. Basta!“

Oma hatte bereits am Telefon angekündigt, dass sie ein „kleines“ Fest für mich geben würde. Zum Glück hatte sie nicht nach Niklas gefragt. Sie konnte ja kaum ahnen, dass er der Grund für meinen Besuch in Italien war. Mein Mann hatte mich mit seiner Kollegin betrogen. Er sagte, er bereue seinen Fehler zutiefst und würde am liebsten alles ungeschehen machen. Doch so einfach war das nicht. Ich wusste nicht, ob ich ihm verzeihen konnte und brauchte Zeit zum Nachdenken.           
Der italienische Vino und Nonnas Orecchiette waren also genau das Richtige für eine verwundete Seele, wie die meine.
 
Im Trulli meiner Großeltern hatte sich kaum etwas verändert. Es war klein und schlicht eingerichtet und bei den heißen Temperaturen im Sommer schön kühl.
Zudem lag immer ein köstlicher Duft von Nonnas Pasta in der Luft. Denn dieses Klischee konnte ich nur zu gut bestätigen. Bei uns Italienern drehte sich das Leben meist um zwei Dinge: Amore und gutes Essen.

Draußen hörte ich bereits die ersten Autos parken. „Sofia, wie schön dich zu sehen!“ Tante Aurelia drückte mich fest an ihren üppigen Busen und gab mir einen dicken Schmatz auf die Wange. Ich musste lachen. Nonna hatte also tatsächlich ganz Cisternino eingeladen. Jedenfalls fühlte es sich für mich so an. Viele unserer Gäste kannte ich nicht einmal. Doch für meine Nonna gehörten wir alle zur Familie.
  
„Na los, Vincenzo, worauf wartest du? Beweg deinen Hintern und hol endlich den Wein!“ Oma stemmte die Hände in die Hüften. Die beiden waren schon sehr lange zusammen und wirkten trotz Nonnas bestimmender Art immer noch glücklich. „Nonna, wo bleibt die Pasta? Oder wozu glaubst du, bin ich bis nach Cisternino gefahren?“ Ich zwinkerte ihr zu. Die anderen lachten. „Ja, ja. cuore mio, immer noch so  frech wie schon als kleines Mädchen. Und genau deshalb hab ich extra deine  Orecchiette pomodori gekocht.“ Das war seit meiner Kindheit das absolute Lieblingsessen. Omas Pasta half gegen aufgeschürfte Knie, vertrieb Liebeskummer und heilte zudem viele andere Wehwehchen, die einem das Leben manchmal so zufügte.

 Zum Glück hatte ich nur bequeme Kleidung eingepackt. Denn in Italien gab es immer zuerst die Pasta, dann noch Fleisch oder Fisch und als Abschluss Obst oder Ähnliches. Außerdem war Nonnas Küche die Beste auf der ganzen Welt. Niemand zauberte frische Pasta so gut wie sie. Gekaufte Nudeln wären für eine waschechte Italienerin wie Nonna eine Schande, betonte sie stets.
Es war laut wie immer und es wurde viel gelacht. Als sich die Gespräche wieder einmal um die Liebe drehten, kam das Thema auf mich. „Sag mal Sofia, wo ist eigentlich dein Mann abgeblieben?“ Tante Aurelia sah mich fragend an. Doch statt einer Antwort, ergriff ich die Flucht und versteckte mich hinter dem Mandelbaum in der Einfahrt. Als ich endlich alleine war, steckte ich mir eine Lucky Strike an und betrachtete den Sternenhimmel. Über Niklas wollte ich nicht reden. Schließlich bin ich wegen ihm überhaupt weggefahren.

„Cuore mio, was tust du da?“ Meine Nonna stand neben mir.
Verlegen wollte ich meine Zigarette ausdrücken, als sie mich anlächelte. „Komm, gib mir auch eine.“ Bei meiner Großmutter sollte mich wohl nichts mehr überraschen. „Hier“, sie hielt mir eine Flasche Wein hin, „Trink einen Schluck. Dann redet es sich gleich viel leichter. Also, was ist los, Sofia?“
Ich erzählte Oma meine ganze Leidensgeschichte. „Und dann ist dieser stronzo einfach mit dieser Tussi ins Bett gestiegen. Ist das zu fassen?“ Meine Stimme wurde immer lauter vor Wut. „Und jetzt weiß ich nicht mehr weiter.“ Nun konnte ich ein Schluchzen  nicht mehr unterdrücken und wischte mir mit meinem Ärmel den Rotz von der Nase. „Ach cara mia, denkst du die Ehe ist immer einfach? Glaubst du vielleicht, dein Nonno war mir immer treu?“ Entsetzt sah ich meine Großmutter an. Sie schüttelte den Kopf und erzählte mir von seiner Affäre vor über zwanzig Jahren.
„Soll ich dir was sagen, Sofia? Liebe bedeutet Arbeit. Man kann in einer Ehe doch nicht alles hinschmeißen, nur weil es gerade ein bisschen schwierig ist. Zu lieben bedeutet auch zu verzeihen und den anderen anzunehmen wie er ist mit all seinen Fehlern und Schwächen.“ Ich wollte etwas erwidern doch Nonna ließ mir keine Chance. „Entscheide dich weise, Sofia. Ich bin mir sicher, dass er dich liebt. So, und jetzt muss ich wieder zu unseren Gästen.“ Mit diesen Worten ließ sie mich allein.

Ich konnte nicht glauben, was sie mir eben anvertraut hatte. Für mich waren die beiden nach wie vor der Inbegriff der wahren Liebe. Genauso hatte ich es mir immer zwischen mir und meinem Mann vorgestellt.

Mein Herz war gebrochen und doch voller Sehnsucht.
Ich kramte mein Handy aus der Hosentasche und wählte Niklas´ Nummer. Er ging sofort ran. Wir weinten beide. Er würde auf der Stelle losfahren. Plötzlich konnte ich es kaum erwarten, mich mit ihm auszusprechen. Aber bevor ich ihn wieder in meine Arme schloss und ihn zurück in mein Bett holte, würde ich ihm noch einmal so richtig die Hölle heißmachen. Das gehörte einfach zu meinem italienischen Temperament, meine Spaghetti Seite, wie mein Mann dazu sagte.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Wenn nichts mehr geht

Ihr Lieben,

im Dezember hatte ich meinen endgültigen Tiefpunkt erreicht.
Physisch und Seelisch.
Burnout? Depression? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall war ich unendlich müde und alles kostete mich Kraft und sämtliche Lebensfreude schien verloren.
Ich konnte nicht mehr. Doch ich hatte Angst, das offen zu sagen.
Denn für mich schien das als ein Zeichen absoluter Schwäche.

Aber irgendwann konnte ich meinen Kummer und meine Tränen nicht mehr verbergen.
Als es mir wirklich nicht mehr gut ging, musste ich handeln.
Also habe ich meinen Job gekündigt, mich aus Facebook ausgeklinkt und nach innen zurückgezogen. Auch mein Handy wird in Zukunft nur als Notfallhandy benutzt werden und mein Fernstudium werde ich, so wie es aussieht,auch abbrechen. Es bedeutet für mich mehr Stress als Freude.

Wenn ich zurückschaue, dann erkenne ich, wie sehr ich mich verausgabt habe. Schließlich war ich selbst diejenige, die sich immer zu Höchstleistungen angetrieben hat und die Messlatte immer sehr hoch setzte.Ich wollte einfach ein guter Mensch sein und ein gutes Vorbild für andere. Ich glaubte immer, ich allein sei nicht genug. Ich allein wäre nicht liebenswert. Ich muss etwas leisten und dann noch mehr und mehr.

Doch jetzt weiß ich, es ist nicht wahr. Es gibt Mensch, die mich lieben, allein meinetwegen. Einfach weil ich bin. Für diese Erkenntnis bin ich so dankbar.

Im Moment habe ich keine Ziele und Pläne. Ich wünsche mir einfach ganz viel Lebensfreude und eine Riesenportion Leichtigkeit und dass die Menschen, denen ich begegne, etwas von der Liebe abbekommen, die ich tief in meinem Herzen fühle.

Lange habe ich mich nicht getraut, diesen Artikel zu schreiben. Aber ich glaube, er ist wichtig. Vielleicht geht es mehr Menschen so, wie mir in den letzten Wochen. Es ist nur schwer, es zu zeigen. Dabei habe ich genau dadurch ganz viel Liebe bekommen. Von meiner Familie, meinen Freunden, Bekannten und sogar von mir selbst.

Meinen Blog gibt es natürlich weiterhin. Denn ich liebe diese Art zu schreiben. Neue Worte kommen dann, wenn der Impuls dazu da ist.

Fühlt euch umarmt,
von Herzen,
eure Susanne